Während sich immer mehr Pferdebesitzer dazu entscheiden, ihr Pferd auf barhuf umzustellen, werden manche Wege, auf denen sie unterwegs sind, oft pferdeunfreundlicher. Vielerorts herrscht Reitverbot, und immer öfter ist das Reiten auf Privatflächen unerwünscht. Gleichzeitig werden die erlaubten Wald- und Wiesenwege mit Schotter oder Betonbruch aufgefüllt, und es bleibt manchmal nur noch die Teerstraße. Kurz gesagt: Das Reiten im Gelände ohne Hufschutz wird schwieriger. Trotzdem ist für die meisten Pferde kein permanenter Hufschutz notwendig, um im Gelände komfortabel laufen zu können. Darum bin ich der Meinung, dass jedes Barhuf-Pferd passende Hufschuhe haben sollte, mit denen es sich in allen Gangarten mühelos und geschützt bewegen kann. Falls du dir gerade überlegst, ein Paar zuzulegen, möchte ich dir hier fünf Gründe ans Herz legen, warum Hufschuhe eine sinnvolle Investition für dich und dein Pferd sind.

  1. Hufschuhe unterstützen die mentale Losgelassenheit

Hufschuhe schützen Pferde auf ungewohnten oder harten Böden wie Schotter umd Asphalt. Dadurch müssen sich Pferde weniger vor unangenehmem Auffußen oder sogar Schmerzen schützen, und können sich entspannter auf ihre Umgebung und den Reiter konzentrieren.

Hufe sind im Prinzip extrem anpassungs- und leistungsfähig. Sie können einiges kompensieren und sich innerhalb relativ kurzer Zeit an eine neue Umgebung anpassen. Sie sorgen dafür, dass dein Pferd zu jeder Jahreszeit komfortabel sein Leben bestreiten kann. Gleichzeitig sind sie nur auf das gefasst, womit sie 24/7 in ihrer gewohnten Umgebung konfrontiert werden. Wenn wir also für im Gelände auf Böden unterwegs sind, die deinem Pferd in seinem Alltag fremd sind, können die Hufe diese ungewohnten Impulse nur schwer verarbeiten. Wenn wir erwarten, dass unsere Pferde uns über Böden tragen, auf die ihre Hufe nicht vorbereitet sind, sollten wir die Hufe unserer Pferde mit Hufschuhen schützen.

Auch nehmen wir unseren Pferden im Gelände oft die Wahl, wo sie ihre Füße hinsetzen dürfen, und in welcher Gangart sie unterwegs sind. Es ist erstaunlich, wie verlässlich die Propriozeption eines Hufs ist, und wie schnell unsere Pferde erkennen können, wo sie am sichersten als nächstes auffußen, wenn sie die Wahl haben. Sobald wir sie jedoch reiten, übernehmen meist wir diese Aufgabe, können jedoch weniger gut als unsere Pferde entscheiden oder müssen uns an Wegvorschriften halten. Zusätzlich hat jeder unangenehme Schritt durch das Reitergewicht größere Ausmaße. Auch wenn es im Schritt oft noch möglich ist, den augenscheinlich komfortabelsten Weg zu wählen, ist dies spätestens im Trab oder Galopp keine Option mehr.

Mit Hufschuhen kannst du deinem Pferd und dir diese Sorge nehmen. Pferde, die zum ersten Mal mit Hufschuhen unterwegs sind, merken meist schnell, dass sie sich nicht mehr darum sorgen müssen, ob ihnen gleich die Füße wehtun könnten. Sie haben nun mehr Kapazität, sich auf ihre Umwelt und dich zu konzentrieren.

 

  1. Hufschuhe ermöglichen unbeschwertere Bewegung im Gelände

Gut sitzende Hufschuhe ermöglichen sicheres und komfortables Reiten auf unterschiedlichen Untergründen. Pferde bewegen sich dadurch natürlicher, losgelassener und schonender für ihren Bewegungsapparat. Außerdem werden längere Ausritte und Trainingseinheiten möglich.

Obwohl vielerorts noch der Irrglaube herrscht, Hufschuhe gehen ständig verloren oder kaputt, und würden niemals mit einem herkömmlichen Beschlag mithalten, können immer mehr Reiterinnen und Reiter das Gegenteil beweisen. Bei der großen Auswahl an Hufschuhen, die inzwischen auch zum Testen erhältlich sind, ließe sich für den Großteil der Pferde durchaus ein passender Hufschuh finden.

Sofern man also Hufschuhe hat, die weder drehen noch verrutschen, sind sie keineswegs eine Einschränkung im Gelände, sondern ermöglichen dir und deinem Pferd mehr Bewegungsfreiheit. Wenn du und dein Pferd euch keine Gedanken mehr darüber machen müsst, ob ihr den Untergrund vor euch schmerzfrei bestreiten könnt, werden eure Ausritte von einer neuen Leichtigkeit und Bewegungsfreude begleitet. Plötzlich ist es möglich, im flotten Schritt über den Schotter zu reiten, ohne in die Wiese ausweichen zu müssen. Auf der Teerstraße kann durch die dämpfende Eigenschaft eurer Hufschuhe auch mal getrabt werden, und auf Waldwegen könnt ihr auch außerhalb des grasbewachsenen Mittelstreifens galoppieren.

Diese Losgelassenheit macht sich mit der Zeit auch im Bewegungsablauf bemerkbar. Ein Pferd, welches sich in der Bewegung nicht festhalten muss, um potenziellem Schmerz auszuweichen, bewegt sich gesünder und natürlicher. Es entwickelt – bei gleichzeitig angemessenem Umgang und Training – die “richtige” Muskulatur, um einen Reiter tragen zu können und schont dadurch langfristig seinen Bewegungsapparat. Zudem können deutlich längere Strecken im Gelände bestritten werden, ohne dass die Hufe überstrapaziert werden. Dies ermöglicht es, überhaupt an Kondition und Fitness zu arbeiten, oder mal einen längeren Ausritt zu planen, ohne dass der Laufkomfort dabei als limitierender Faktor berücksichtigt werden muss.

 

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  1. Hufschuhe schützen vor Verletzungen durch Fremdkörper

Im Gelände können Nägel, Scherben oder andere spitze Gegenstände zu schweren Hufverletzungen führen. Hufschuhe bieten eine zusätzliche Schutzschicht und helfen, solche Verletzungen zu vermeiden.

Immer wieder begegnen uns im Gelände Fremdkörper, die für unsere Pferde eine Gefahr darstellen können. Dies gilt für Stacheldraht, der auf der Wiese vergessen wurde, aber auch für viel kleinere, unscheinbare Dinge wie Schrauben, Nägel, Alteisen oder Scherben. Gerade auf Wegen, die mit Betonbruch aufgefüllt wurden, ist dies keine Seltenheit und kann zu dauerhaften Schäden im Huf führen, wenn ein Pferd darauf tritt.

In diesem Fall können wir uns kaum auf unsere Wahrnehmung verlassen, aber auch von unseren Pferden nicht erwarten, solche Fremdkörper erfolgreich zu meiden, vor allem in schnelleren Gangartaten. So sind hier Hufschuhe sinnvoll, und nicht umsonst fallen sie in die Kategorie “Hufschutz”. Sie bieten eine Zwischenschicht und können so Schaden abwenden.

 

  1. Hufschuhe verringern den Abrieb

Harte und abrasive Böden nutzen die Hufe stark ab und können Hufprellungen oder Schlimmeres verursachen. Hufschuhe reduzieren den Abrieb, entlasten die Hufe und unterstützen langfristig die Hufgesundheit.

Während dein Pferd im Gelände auf abrasiven Böden unterwegs ist und dabei noch Gewicht auf dem Rücken trägt, verlieren die Hufe viel Hufhorn, was nachproduziert werden muss. Zudem bergen Unregelmäßigkeiten im Untergrund die Gefahr, eine Hufprellung zu verursachen. Dass Abrieb das Hufwachstum fördert, ist per se richtig, braucht jedoch Zeit und wird oft überschätzt. Wer schon einmal ein Pferd mit einer Lederhautentzündung beobachtet hat, weiß, wie unratsam es ist, diesen Punkt durch übermäßiges Reiten im Gelände ohne Hufschutz herauszufordern.

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  1. Hufschuhe ermutigen dich, den Hufen mehr Aufmerksamkeit zu schenken

Damit Hufschuhe optimal passen, müssen die Hufe regelmäßig kontrolliert, gepflegt und nach angemessen bearbeitet werden. Dadurch beschäftigt man sich intensiver mit der Hufgesundheit des Pferdes und erkennt Veränderungen oder Probleme frühzeitig.

Wenn das für dich wie ein Nachteil klingt, dann bedenke doch die Vorteile für dich und dein Pferd: Damit eure Hufschuhe dauerhaft passen und sich nicht verformen, müssen die Hufe deines Pferdes durchgehend in der zum Zeitpunkt idealen Form gehalten werden. Das bedeutet, dass du auch mal selber die Raspel in die Hand nehmen solltest, um Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Damit das funktioniert, lässt du dir am besten von deinem Hufprofi zeigen, wie du zwischen den Terminen die Hufwand nachraspeln kannst.

Dies bringt einige Vorteile mit sich: sobald man beobachtet, wie ein Huf sich entwickelt, und man sich damit auseinandersetzt, was nachgeraspelt gehört, beginnst man, die Zusammenhänge der einzelnen Strukturen und deren Funktionen besser zu erkennen. Du bekommst einen Blick für die Veränderungen, die an den Hufen deines Pferdes stattfinden, wenn du die Hufe mit einer Intention betrachtest, die weitreichender ist, als nur das Auskratzen und Säubern. Mit diesem geschärften Blick entwickelst du ein Verständnis dafür, was für dein Pferd normal ist und kannst frühzeitig auf negative Veränderungen reagieren.

Besonders dein Pferd wird es dir langfristig danken, dass du dich mit seinen Hufen und deren Gesundheitszustand beschäftigst und proaktiv bist. Denn obwohl Hufe unglaublich viel leisten und ausgleichen können, sollten wir uns bewusst sein, dass sie unmöglich auf alles vorbereitet sein können, was wir ihnen manchmal zumuten. Sind Hufe einmal geschwächt, ist der Erholungsprozess oft schwieriger. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass jedes Barhuf-Pferd, das im Gelände unterwegs ist, nur schon zum Schutz vor Fremdkörpern passende Hufschuhe haben sollte.

Falls du dir gerade überlegst, in  Hufschuhe zu investieren, kannst du mit unserem Testreitpaket prüfen, ob die gewählten Hufschuhe deinem Pferd auch in der Bewegung passen, und so Fehlkäufe vermeiden.